Die NIS2-Richtlinie der EU verpflichtet Betreiber kritischer und wichtiger Einrichtungen zu einem Mindestniveau an Cybersicherheit – inklusive Absicherung ihrer **Lieferkette**. Genau darüber erreicht das Thema auch kleine und mittlere Elektrobetriebe: Energieversorger, Netzbetreiber, Krankenhäuser, Industriekunden und öffentliche Auftraggeber verlangen von ihren Auftragnehmern zunehmend schriftliche Nachweise.
Wichtig zur Einordnung (Stand September 2026): Ob dein Betrieb **direkt** unter NIS2 fällt, hängt von Größe und Sektor ab. Die meisten Handwerksbetriebe sind nicht direkt verpflichtet – werden aber **vertraglich** in die Pflicht genommen. Die nationale Umsetzung in Deutschland und Österreich solltest du im Einzelfall mit deiner Rechtsberatung prüfen.
1. **Zugänge aufräumen.** Ausgeschiedene Mitarbeiter deaktivieren, Sammelkonten abschaffen, jedem Monteur ein eigenes Login geben. 2. **Rollen statt Vollzugriff.** Monteure sehen Projekte und Zeiten, nicht die Buchhaltung. 3. **Mehrfaktor aktivieren** – zumindest für Geschäftsführung, Büro und Buchhaltung. 4. **Passwortmanager einführen.** Keine Zugangsdaten mehr in WhatsApp oder auf Zetteln. 5. **Backups prüfen.** Nicht nur "läuft", sondern einmal testweise wiederherstellen. 6. **Protokollierung sicherstellen.** Wer hat wann welches Angebot geändert, welche Rechnung gestellt, welche Stunde erfasst? 7. **Notfallzettel.** Eine A4-Seite: Wen rufe ich bei Verdacht auf einen Angriff an, welche Fristen gelten, wer informiert Kunden?
Mehr dazu: [Zeiterfassung im Elektrohandwerk](/zeiterfassung-elektrohandwerk) und [Regiebericht-App](/regiebericht-app-elektro).
NIS2 wird für die meisten Elektrobetriebe kein Behördenthema, sondern ein **Vergabethema**. Wer die sieben Punkte oben abgehakt hat, kann Fragebögen von Industrie- und Netzkunden in einer halben Stunde beantworten – und verliert keine Aufträge mehr an besser dokumentierte Mitbewerber.